Polen I – Masuren / Ostpreußen

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01. – 07.07.13

 

Unser diesjähriger Urlaub sollte uns nach Frankreich in die Normandie/Bretagne führen. Als Ersatz hatten wir Polen oder auch Kroatien auf dem Zettel. Aufgrund des schlechten Wetters in ganz Europa sollte die Wettervorhersage für uns die Würfel rollen lassen.

Die Wetterdienste fällten also für uns die Entscheidung: „Abenteuer Polen“

Noch schnell ein paar Tipps von Forenmitgliedern zum Thema Polen besorgen. Alles auf den letzten Drücker 🙁 Das muss beim nächsten Mal besser werden!!

 


Samstag, 29.06.13
Es ist 8 Uhr. Die Sachen sind gepackt. Nur noch den Wohnwagen ankoppeln und dann los……

NICHTS – der Mover ist tot 🙁

Ein Blick auf unser neues Bedienerpanel, das wegen eines Defektes vor einer Woche auf Garantie getauscht wurde;
im Wohnwagen 10,3 Volt und weniger.
Das reicht nicht, da stimmt was nicht. Herumtelefoniert mit div. Hobby-Händlern. Ferndiagnosen gibt es nicht, es könnte der Mover sein, aber auch die Elektronik. Auch der Kühlschrank funktionierte nicht mehr, trotz Anschluss an den Pkw; ein No Go für unterwegs.
Entschluss:
Kühlschrank wieder ausräumen,
Kulturtaschen wieder raus
Wir können so nicht losfahren

Unseren Freunden bei Berlin, mit denen wir zum Grillen verabredet waren, mussten wir absagen    

Kurzentschlossen fahren wir ohne WoWa zu Freunden an die Holländische Grenze.
Sie haben eine Sauna in einen alten Bauwagen eingebaut, die eingeweiht werden soll. Wären wir nach Frankreich gefahren, wäre das unsere erste Etappe gewesen. Also gut, gerne wird das jetzt unter diesen Umständen auch so unserer erster Urlaubstag.
Wir sind bei der Einweihung dabei!!

Es sollte ein toller Tag werden!!  aaDSC_0424

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Der Sauna im Hintergrund fehlt nun nur noch der rote Schweden-Anstrich…… der Rest ist bereits jetzt perfekt.

 

 

 

 

Zu Hause hat der WoWa den ganzen Tag über noch einmal versucht die Batterie zu laden…..
NICHTS

 
Sonntag, 30.06.13
24° Grad – Sonnig
Was macht man mit dem angefangenen Urlaubstag? Einkommensteuererklärung!
So hatten wir uns unseren Urlaub nicht vorgestellt….
Die Batterie ließ sich mit einem externen Ladegerät aufladen. Der Fehler lässt sich so langsam einschränken

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Montag, 01.07.13
24° Grad, sonnig
612 km mit WoWa
Ø 82 km/h, Ø 9,2 L, 7:26 Std. Fahrt

Zwei Tage später als geplant ging es nun endlich los.
Anstatt direkt nach Berlin, fuhren wir einen „kleinen“ Umweg über Rendsburg zu unserem Wohnwagenhändler.

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Wie immer wurden wir sofort freundlich bedient. In der Werkstatt fand man den Fehler sehr schnell. Das Ladegerät der Batterie war defekt. Wie sich herausstellte, nur eine Sicherung. Die hätten wir NIE gefunden. Sie sitzt im Ladegerät, das dafür ausgebaut werden muss. Aufgrund der Vorgeschichte: Kühlschrank ging nicht, Bedienerpanel defekt, hatten wir mit schlimmeren gerechnet. Herr Garantie hat die Kosten übernommen.

Nun konnte es in den Urlaub gehen…..
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Die Weiterfahrt war weitestgehend entspannt, bis kurz vor Berlin ein dicker Stau auf der A 24 auf uns wartete. Runter von der Bahn und weiter auf der Landstraße. Leider haben wir uns dadurch dermaßen verspätet, dass wir Dani nicht mehr angetroffen haben, sie wurde gerade von Rudi zur Arbeit gefahren.

Erst ein kurzer Spaziergang mit dem Hund in der Umgebung
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Den Rest der Zeit haben wir sinnvoll mit einer kleinen Erfrischung im Pool genutzt
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unseren Wohnwagen hatten wir direkt vor der Haustür geparkt
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Gemeinsam haben wir ein wenig Sightseeing in Kremmen gemacht.

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Gemütlich und in aller Ruhe ließen wir unseren ersten Abend beim Grillen einer Bacon-Bomb ausklingen.

 


 

Dienstag, 02.07.13
25° Grad sonnig / bewölkt
(vor uns in Polen lange Zeit eine Unwetterfront mit Starkregen und Hagel, der wir hinterherfuhren)
639 km mit WoWa
Ø 61 km/h, Ø 9 L, 10:29 Std. Fahrt

Rudi hatte uns noch Kontakt zu seinen Nachbarn Monika und Kalle verschafft, die am Vortag gerade aus Polen zurückgekommen waren. Dort liehen wir uns Kartenmaterial, auf das wir im Nachhinein niemals hätten verzichten wollen. Unsere schlechte Urlaubsvorbereitung hätte sich gerächt. Nachträglich ein dickes Danke dafür.

Um 10:45 Uhr rollten wir gen Polen.
Nach ca. 100 km erreichten wir um 13 Uhr die polnische Grenze bei Kostrzyn (Küstrin).

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Wir hatten beschlossen die Autobahn zu meiden und über gut ausgebaute Bundesstraßen nach Masuren zu fahren. Die ersten 46 km waren relativ gut ausgebaut, wurden jedoch von km zu km schlechter. Bei uns wäre es eine wellige Landstraße mit wenigen Schlaglöchern und alle 5-10 km eine kleine Ortschaft. Hier machten wir die erste Bekanntschaft mit den überholfreudigen Polen. Egal wo oder wie, es muss einfach überholt werden.

Gorzow Wlkp. (Landsberg) war die erste größere Stadt, die wir mit unserem Gespann durchfuhren. Was wir dort erlebten würde ich als reine Materialschlacht bezeichnen. Die Straßen durch die Stadt sind eine reine Katastrophe!! So schlimm hatten wir es uns beide nicht vorgestellt. Extreme Bodenwellen und immer immer wieder tiefe Schlaglöcher. Wir konnten nur 20 – 30 km/h fahren, mehr mochten wir dem Gespann nicht antun. Mit Pkw oder Wohnmobil mag man das als nicht so schlimm empfinden, aber mit der Wohndose im Schlepptau dafür doppelt hart. Für uns gab es nun erste Überlegungen: wenn das Polen ist und die Straßen so weitergehen, dann kommen wir nie in Masuren an, UND wir überlegten tatsächlich umzudrehen und den Urlaub wo anders zu verbringen…..

Nach dieser Stadt wurden die Straßen ein wenig besser. Wellige Landstraßen, die man gut mit 70 – 90 km/h befahren konnte. Da es z.Zt. noch  wenige Ortsumgehungen gibt, führte uns die Fahrt durch fast sämtliche Innenstädte, wodurch wir einen guten Überblick über Pommern bekamen.

Immer wieder zwischendurch eine kleine Pause für Mensch und Tier

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Durch Walcz (Deutsch Krone), Bydgosczcz (Bromberg), Toru (Thorn), Ostroda (Osterode) ging es immer weiter gen Masuren. Es zeigte sich, dass die ersten Straßenkilometer nicht repräsentativ für den Rest der Reise waren. Gute und schlechte Straßenverhältnisse wechselten sich ab. UND wir hatten inzwischen auch gelernt, dass größere Städte oft eben doch eine Ortsumgehung haben. Geplant war eine Zwischenübernachtung auf einem Campingplatz. Es kam jedoch keiner. Auch nach 6 Std. Fahrt hatten wir nicht ein CP-Schild gesehen. Interessant auch, dass uns bis zu diesem Zeitpunkt nicht ein Wohnwagen begegnete. An einer Tankstelle war man sehr bemüht uns zu helfen, verwies uns jedoch weiter Richtung Masuren, wenn wir einen CP suchen würden.

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Gegen 20 Uhr fanden wir an einem kleinen Einkaufszentrum endlich einen Geldautomaten um Zloty abzuheben. In der Nähe auf einem kleinen Parkplatz stand ein deutsches Wohnmobil, wo wir nach einem CP fragten. Seine Antwort: „Campingplätze gibt es hier in der Nähe nicht. Hier stehen bleiben können Sie aber auch nicht. Die Polizei war eben schon da und hat einen anderen Wohnwagen, der hier übernachten wollte gescheucht. Schlafen Sie doch auf einer Tankstelle.“

Und genau das haben wir dann gegen 23 Uhr auch gemacht. Wir steuerten bei Gietrzwald eine gut ausgeleuchtete STATOIL Tankstelle an, die 24 Std. geöffnet hat und auf der div. Lkw standen, suchten uns den hellsten Platz aus, der am besten einzusehen war und legten uns in unseren Betten schlafen.

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Mittwoch, 03.07.13  
28° Grad Sonne
125 km mit WoWa
Ø 51 km/h, Ø 9,3 L, 2:27 Std. Fahrzeit

 

Nach über 9 Stunden Schlaf wachten wir bei strahlendem Sonnenschein auf.aIMG_5575

Gegen 8:45 Uhr rollten wir weiter Richtung Masuren.

An vielen Straßen hieß es nun Spurrillenalarm. Die Rillen sind dort so tief, dass man das Lenkrad nicht nur mit zwei Fingern festhalten sollte. Man wird ordentlich hin und her geschaukelt und es ist eben NICHT dieses berühmte Fahren wie auf Schienen. Fährt man nicht schnell genug, was man mit ca. 100 km/h beziffern könnte, überholen einen auch die dicken Lkw.

Olsztyn (Allenstein) Schlaglöcher in den Straßen, da könnten Kinder drin spielen und Spurrillen an Ampeln, die mindestens 20 cm tief waren.

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Und wehe man übersieht ein solch kleines Loch in der Straße. Das knallt und scheppert, da meint man, es schlägt einem die Achse weg….. von diesen und tieferen Löchern haben wir nicht wenige gesehen!
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Nun waren wir endlich in Masuren. Angekommen in Mragowo (Sensburg) ging es zunächst zum Einkaufen im Biedronka. Nach ein wenig Hin und Her haben wir dann mit Hilfe der Zielkoordinaten 8 km außerhalb der Stadt unseren ersten Campingplatz gefunden.

Campingplatz Seeblick
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Hier haben wir uns sofort wohl gefühlt
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Da ich sämtliche Bänder und Gurte für unsere Markise zu Hause vergessen hatte, fuhren wir in den nächsten Baumarkt und kauften Zeltbänder und für Annette eine Luma, die sofort ein kleines Loch hatte 😉
Nun konnte ich die geliehenen Bänder unserem Campingnachbarn zurück geben.

 

 

 

 

Abends noch ein wenig Ball spielen auf der großen Wiese des Campingplatzes
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Donnerstag, 04.07.13
28° Grad sonnig mit leichten Wölkchen
Nichts tun… Relaxen… Baden….
Frühstück mit frischen Brötchen vom „Tante-Emma-Laden“, der ca. 300 m vom Campingplatz entfernt liegt
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Der Ausblick von unserem Wohnwagen
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die Sonne und das Wasser genießen UND über uns Herr Adebar
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faul herumliegen und den Hund beschäftigen…..
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Zum CP gehört ein Boot, dass jeder frei nutzen darf, von dem aus wir den Campingplatz vom Wasser aus fotografiert haben…..unsere Drachen am Himmel über unserem Wohnwagen

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Ein kleiner Abendspaziergang in der Umgebung
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und wieder zurück zum Campingplatz

 

 

 

 

 

Freitag, 05.07.13
28° Grad Sonne pur mit leichten Schäfchenwolken
228 km ohne WoWa Ø 46 km/h, Ø 6,3 L, 4:57 Std. Fahrt

 

Sightseeing in Nord-Masuren
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Eva Braun Palace
Hier residierte Eva wenn Adolf H. auf der Wolfsschanze war
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Eine Bushaltestelle irgendwo im Nirgends
Wir haben uns immer wieder gefragt, wo kommen die Fahrgäste her, wenn es hier keine Besiedlung in der Nähe gibt.
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Wolfsschanze 
Wilczy Szaniec (Wolfsschanze)
15 zl pro Person + 10 zl Parkgebühren (ges. ca. 10 EUR)

Ein geschichtsträchtiger Ort, den die Natur zu überholen droht. Die Polen lassen diesen Ort verfallen…. Zerbombte Bunker und überall riesige Betonstücke im Wald verteilt.

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Die Baracke, in dem das Hitler-Attentat verübt wurde, ist nach dem Krieg völlig zerstört worden. Hier steht heute nur noch ein Gedenkstein.

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gegen 12 Uhr Weiterfahrt Richtung Sztynort Duzy (Steinort)    
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Sztynort Duzy (Steinort)
Besuch der ehemaligen Residenz des Grafen von Lehndorff

Seit dem 16. Jahrhundert in Besitz der Familie Lehndorff.
Heinrich Graf von Lehndorff wurde wegen seiner Beteiligung am Attentat auf Hitler 1944 hingerichtet wurde.
Zu Ende des Krieges 1945 durch die Russen besetzt und geplündert.
Anfänglich eine LPG verfiel das Gut mehr und mehr.
Seit 2009 werden die Gebäude nun Stück für Stück renoviert.
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Gegen 13 Uhr ging es nach Drogosze zum Palast Dönhoffstädt
In dieser Region, wo mehr Störche als Menschen leben verfällt der größte Palastbau Ostpreußens

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Hier bekamen wir eine private kleine Führung durch das riesige Gebäude
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weiter Richtung Norden….

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und hier ein typisches Bild, wie man es in Masuren in fast JEDEM Dorf antrifft

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Ein typischer Friedhof in Masuren
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Liski (Liesken)
Besuch eines der größten Gestüte Polens
Hier sahen wir jedoch keine Menschenseele und nur drei Pferde
Dieser Abstecher hat sich nicht gelohnt
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und immer wieder….
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Russischer Grenzübergang Bezledy, nördlich von Baroszyce (Bartenstein)
Ich wollte meinen Wurzeln bei Neuhof, 10 km vor Kaliningrad (Königsberg) ein Mal ganz nah sein.

Zwei km vor Grenzübertritt, als die Fahrspuren sich in Pkw und Lkw aufteilten, machten wir kehrt.

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……noch schnell den Hund direkt an der russischen Grenze lüften. Eine phantastische Landschaft.
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Samstag, 06.07.13
24° Grad sonnig
88,5 km ohne WoWa
Ø 47 km/h, Ø 5,8 L, 1:45 Std. Fahrzeit

 

Nach dem Frühstück ging es um 11:00 Uhr Mikolajki (Nikolaiken),
DEM Touristenzentrum in Masuren 

Ein bewachter Parkplatz für unser Gefährt

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Die Stadt….

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Hier machten wir einen kurzen Citycheck und fuhren nach ca. einer Stunde wieder zu unserem Campingplatz in die Sonnenliege.aIMG_6179   aIMG_6183